Ein Gespräch mit Fabio Ziemsen – eFood Blog

„Wir stehen kurz vor dem Wandel des Foodsystems- Und das ist auch gut so.“

Stell dich doch bitte ein Mal vor und erzähl uns was du beruflich machst. 

Gerne. Als „Head of FoodTech und Food Innovation“, METRO Group bin ich verantwortlich für neue Piloten rund um das Thema „Internet of Food“ in einem internationalen Handelsunternehmen. Als Blogger und Gründer des „Efood Blogs“ veranstalte ich parallel Events für die deutsche Food Startup Szene, unterstütze die Vernetzung innerhalb der Branche und halte Vorträge über die Entwicklung unseres Food-Systems.

Was hat sich dazu bewegt über das Thema FoodTech und eFood zu bloggen?

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum ich mich nun intensiver mit dem Thema befasse und es meine Leser wissen lassen. Wir befinden uns zur Zeit in einer Phase des Umbruchs. Das traditionelle Food-System so wie wir es kennen, wird durch die Entwicklung neuer Technologien und Innovationen auf den Kopf gestellt. Und dies ist auch zwingend notwendig. Megatrends wie Urbanisierung, Demographischer Wandel, Bevölkerungswachstum und Klimawandel zwingen uns zum Handeln und Umdenken. Lösung wie Vertical Farming, Algenproduktion oder vollautomatisierte Kompostsysteme sind bereits erste Ansätze, die uns helfen können, in 2050 9Mrd. Menschen zu versorgen.

Wie sieht ein normaler Tag bei dir aus? (Inkl. Lieblingsessen und Routine etc.)

Einen normalen Tag gibt es bei mir nicht 😉 Na gut, ab und zu schon…

Mein Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Dann mache ich eine kurze Sporteinheit, um mich fit zu halten und genieße im Anschluss ein ausgewogenes Frühstück, am liebsten Müsli mit frischen Früchten. Selbstverständlich bin ich während der ganzen Zeit online – ich bin durchgehend online – Twitter, Facebook, Blogs etc. Neben meinem Blog verfolgte ich gerne den FoodTechConnect Blog oder lese regelmäßig das Magazin „Dummy“ oder eine Ausgabe von „BrandEins“. Nach dem Frühstück geht’s bei mir ins Büro oder ich arbeite im Home Office. Projekte werden vorbereitet und aktualisiert und Vorträge/Workshops geplant. Diese Aktivitäten ziehen sich bin in den Abend, den ich dann mit privaten Initiativen, wie die Unterstützung des StartupDorfes, oder des eFood Blogs verbringe. Gerne stehe ich auch für Projekte, wie den Startup Sprint oder Super7000 zur Verfügung und supporte ihre Formate.

Was begeistert dich an der Startup-Szene und was ist für dich das Besondere an der Düsseldorfer Startup-Szene?

Die Düsseldorfer Startup-Szene begeistert mich vor allem durch ihren Zusammenhalt. Wir haben Vertreter verschiedener Disziplinen hier vor Ort, bei denen ich selten Verschlossenheit erlebe. Man kann schon fast von einem familiären Umfeld sprechen. Dies gilt besonders für den Food-Bereich. Auf unseren Meetups erleben wir eine Euphorie, die wirklich ansteckend ist.

Was wünschst du dir für 2020? Startups, persönlich…

Ich erhoffe mir neue Technologien und Lösungen für aktuelle Mega-Trends, wie die Urbanisierung oder das Bevölkerungswachstum. In vier Jahren sehe ich mich als jemand, der diese Trends begleitet und passende Wirtschaftskreislaufsysteme entwickelt. Dabei wünsche ich mir insbesondere Lösungen, die für ausreichend Transparenz und Nachhaltigkeit sorgen und so zur Anwendung motivieren.

Wir freuen uns sehr dich als Jury-Mitglied gewonnen zu haben. Worauf legst du beim Pitch am meisten Wert?

Beim Pitch geht es mir vor allem um die Ausrichtung am Kunden. Ideen, die an der Realität vorbeigehen sind schlichtweg überflüssig. Die Zielgruppe, das Marktumfeld und eine realistische Timeline sind mir sehr wichtig. Als No-Go sehe ich überladene Slides und Nicht-Beachtung des Publikums und der Jury – Monologe bringen keinem was.

Welchen Tipp kannst du unseren Teilnehmern geben?

BE ALWAYS OPEN MINDED.